Energieausweis Nichtwohngebäude nach § 79 GEG

 

Was ist ein Energieausweis?

 

Energieausweise dienen ausschließlich der Information über die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes und sollen einen überschlägigen Vergleich von Gebäuden ermöglichen. Ein Energieausweis ist als Energiebedarfsausweis oder als Energieverbrauchsausweis nach Maßgabe der §§ 80 bis 86 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) auszustellen. Es ist zulässig, sowohl den Energiebedarf als auch den Energieverbrauch anzugeben.

 

Wozu braucht man einen Energieausweis?

 

Jedes neu gebaute Gebäude braucht einen Energieausweis. Gleiches gilt, wenn ein Gebäude umfassend saniert und dabei eine energetische Gesamtbilanzierung nach EnEV durchgeführt wird. Bauherren oder Eigentümer müssen daher sicherstellen, dass sie einen Ausweis erhalten.

Eigentümer benötigen einen Energieausweis, wenn sie ihr Gebäude vermieten, verkaufen oder verpachten. Wird das Gebäude selbst bewohnt wird kein Energieausweis benötigt. Seit dem 1. Juli 2008 ist der Energieausweis Pflicht für Wohngebäude, die bis einschließlich 1965 gebaut wurden und ab dem 1. Januar 2009 für alle jüngeren Wohngebäude.

 

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

 

Es gibt zwei Arten des Energieausweises: Den Verbrauchs- und den Bedarfsausweis.

 

Der Verbrauchsausweis berücksichtigt die witterungsbereinigten und leerstandsbereinigten Verbrauchskennwerte und analysiert das Nutzerverhalten über die letzten drei Jahre hinweg. Bei Gemischtnutzung (Wohn- und Gewerbenutzung) müssen der Energieverbrauch für Heizung, Strom und Warmwasser jeweils getrennt erfasst werden.

 

Der Bedarfsausweis ist aussagekräftiger als der Verbrauchsausweis. Der Bedarfsausweis bildet nicht nur die Verbrauchskennwerte des Gebäudes ab, sondern berechnet dessen konkreten Energiebedarf auf der Grundlange eines der Nutzung entsprechenden vorgegebenen Referenzverfahrens.

 

Der Bedarfsausweis informiert umfassend über den Primär- und Endnergiebedarf, über die Energieverluste der Gebäudehülle und der Anlagentechnik und vor allem über die CO2-Emmission.

 

Wann braucht man den Bedarfsausweis? 

 

Wenn keine Verbrauchsdaten über die letzten drei Jahre hinweg vorliegen und bei Neubauten, ansonsten genügt ein Verbrauchsausweis.

 

Wie lange ist eine Energieausweis gültig?

 

Ein Energieausweis ist für eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren auszustellen. Unabhängig davon verliert er seine Gültigkeit, wenn nach § 80 Absatz 2 ein neuer Energieausweis erforderlich wird.

 

Welche Besonderheiten gibt es bei Nichtwohngebäuden?

 

Nichtwohngebäude sind Gebäude, in denen mehr als die Hälfte der Gesamtnutzfläche Nichtwohnzwecken dient. Die Nutzfläche ist in der DIN 277 definiert. Meistens sind es Bürogebäude, Lagerhallen, öffentliche Gebäude wie Ämter und Behörden, Einkaufsmärkte, Hotels, Werkstätten etc.

 

Nach GEG § 80 Abs. 6 und 7 besteht eine Aushangpflicht für Energieausweise:

 

In behördlich genutzten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr und mit einer Nutzfläche von mehr als 250 m² muss ein Energieausweis erstellt und ausgehängt werden. Private Eigentümer von Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr müssen den Ausweis ab einer Nutzfläche von 500 m² aushängen.

 

Freigestellt von der Ausweispflicht sind Baudenkmäler und kleinere Gebäude mit einer Nutzfläche von bis zu 50 Quadratmetern.

 

Gerne vereinbaren wir einen individuellen und unverbindlichen Beratungstermin. Bei Interesse nehmen Sie bitte jederzeit gerne Kontakt mit uns auf.

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